Ein Brot für freies Saatgut

Weißt du, woher das Saatgut kommt, dass in deinem Essen steckt?

Der Großteil des verwendeten Saatguts stammt von nur wenigen multinationalen Konzernen. Sogar im Bio Bereich gibt es nur wenig Alternativen. Stell dir vor, du könntest gegen Saatgut-Monopole protestieren, einfach indem du ein Brot kaufst!

Mit unserem open-source Brot möchten wir Bewusstsein und Verbindung schaffen – von Pflanzenzüchter*in bis Verbraucher*in. Menschen der gesamten Wertschöpfungskette tun sich dafür zusammen – aus Saatgutproduktion, Landwirtschaft, Mühlen und Bäckereien. Seit Herbst 2019 könnt Ihr so ein Brot kaufen, dass die Agrarwende vorantreibt!

Hier erhältst Du freies Brot aus freien Bäckereien

Le Brot | Fuldastr. 54 | Täglich

Die Backstube | Wassertorstr. 2 | Mittwochs

Mehlwurm | Pannierstr. 2 | Samstags

Die Backpfeife | Holzmarktstr. 25 | Samstags

Albatross | Graefestr. 66 | In Kürze

Ein Open-Source Brot entsteht

Erfahre mehr über die Backstuben

MÄRKISCHES LANDBROT ist traditionell eine Lieferbäckerei, die schon seit 80 Jahren in Neukölln ansässig ist, seit 1981 ökologisch und seit 1992 in Demeter-Qualität backt. Der Bäckerei ist Regionalität wichtig, weshalb sie 80 Prozent ihres Getreides aus dem Berliner Umland bezieht. Zusätzlich unterstützt das Unternehmen die Rekultivierung alter Sorten wie Emmer, Einkorn oder Bergroggen und verzichtet komplett auf Getreide aus Hybridsaatgut. MÄRKISCHES LANDBROT mahlt täglich frisch, um möglichst viele der licht- und sauerstoffempfindlichen Aroma- und Vitalstoffe aus dem Getreide zu bewahren.

Die Backstube wurde 1981 gegründet und arbeitet seitdem als Kollektiv zusammen. Das bedeutet, dass die Verantwortung für den Betrieb in den Händen der Menschen liegt, die hier backen, ausfahren und verkaufen. Es bedeutet auch selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Arbeiten. In der Backstube arbeiten Sie mit handwerklichen Methoden und ausschließlich mit ausgewählten Rohstoffen aus kontrolliert biologischem Anbau. Seit ein paar Jahren bieten sie ein Biodiversität Brot aus einer alten Roggen Sorte an. Mit diesem Hintergrund war es für das Kollektiv nur natürlich, mitzumachen und auch ein Open-Source Brot in das Sortiment zu integrieren. 

Mehlwurm wurde im Februar 1983 von acht Bäckerinnen und Bäckern als selbstverwalteter Betrieb gegründet. Am Anspruch, die handwerkliche Produktion von Bio-Backwaren mit alternativen Betriebsstrukturen zu kombinieren, hat sich seither nichts geändert. Bis heute wird Mehlwurm gemeinschaftlich geführt. Mittlerweile arbeiten bei Mehlwurm etwa 30 BäckerInnen, VerkäuferInnen und FahrerInnen. Ihnen ist es wichtig, dass auch das Saatgut frei bleibt und Abhängigkeit von großen Konzernen vermieden wird. Ihr Open-Source Brot enthält 80% Open-Source Weizenmehl und 20% Roggenvollkorn. 

Die Backpfeife versteht sich als offene Backstube, die zum Reinkommen einlädt. Hier kann man sich von einer warmen Atmosphäre und traditionellem Handwerk verzaubern lassen. Der Dorfbäcker Mattis Harpening bietet ein Rundum-Sorglos-Paket für jede Tageszeit: Unter anderem stehen verschieden Brotvariationen, belegte Stullen und unglaublich saftigen Apfel-Zimt-Schnecken zur Auswahl. Mattis Harpening findet Engagement wichtig: Beim letzten Klimastreik hatte auch Die Backpfeife geschlossen und mit dem Open-Source Brot möchte er den Weg zu einer resilienteren Landwirtschaft unterstützen.

Ursprünglich arbeitete das internationale Team von Albatross als Catering Unternehmen. Dann entdeckten sie ihre Liebe für das Brotbacken. Heute bieten sie ein modernes und rustikales Sauerteigbrot und feine Hefestückchen an, und ihre Croissants gehören wohl zu den Besten in Berlin. Dem Team von Albatross legt großen Wert darauf, biologische und regionale Zutaten zu verwenden und ihre Produktion Schritt für Schritt nachhaltiger zu gestalten. Den Schritt zum Open-Source Weizenmehl sind sie gerne mitgegangen.  

Vor zwei Jahren merkten Jan Schmieder-Balladur und seine französische Frau, dass in ihrem Berliner Kiez kaum gutes Bio Brot zu finden war. So nutzte er seine Elternzeit in der französischen Bretagne, um Brotbacken zu lernen. Nach der Rückkehr gründete er die Bäckerei und Weinstube Le Brot in der Fuldastraße in Neukölln. Mit inzwischen über 10 Angestellten und dem neu aus Frankreich hinzugekommenen Backmeister Thomas bietet Le Brot tolle Croissants und Baguettes. Schmieder-Balladur: „Wenn nicht die kleinen Bäcker den ersten Schritt tun, passiert es nie“. Saatgut ist für ihn zentral für diese Transformation. Er backt ein Baguette mit 100% Open-Source Mehl. 

Wo gibt es open-source Brot?

Am liebsten würden wir das open-source Brot in ganz Deutschland und darüber hinaus anbieten. Für den Anfang war Berlin mit seiner lebhaften Bäckereien-Szene ideal: Bio und Handarbeit werden hier großgeschrieben, seit 2019 arbeiten wir dort mit mehreren Bäckereien zusammen. Unsere nächste Station ist das Rheinland, wo wir vom Saatgut bis zum Brot eine komplett regionale Wertschöpfungskette aufbauen wollen. Ab Herbst 2021 wird es in Köln und Umgebung frisches Brot aus freiem Saatgut geben.

 

So kannst du mitmachen!

  • Du bist Bäcker*in im Großraum Berlin oder Köln und hast Interesse am Projekt? Kontaktiere uns und werde Teil der bestehenden Projekte!
  • Du züchtest an Roggen oder Dinkel? Viele Bäckereien sind sehr interessiert an Open-Source Getreide. Wir beraten Dich gerne rund um die open-source Sorten-Lizensierung und ihre Vorteile!
  • Landwirte, Mühl-Betriebe, Bäckereien andernorts: Gerne unterstützen wir Euch dabei, das Projekt auch zu Euch in die Region zu holen. Wir freuen uns auf Eure Kontaktaufnahme!
  • Du isst gerne Brot? Erzähl deinen Freund*innen vom open-source Brot – insbesondere in und um Berlin und Köln. Gerne auch in den sozialen Medien unter #OpenSourceBrot.

Ansprechpartner

Adrien Labaeye | adrien@opensourceseeds.org
Deutsch