Wofür wir uns engagieren

Der Marktkonzentration im Saatgutsektor wirksam begegnen

Einige wenige internationale Konzerne teilen sich den weltweiten Saatgutmarkt und kontrollieren ihn. Im Laufe der letzten Jahrzehnte sind nach und nach zahlreiche Firmen vom Markt verschwunden, die Großen haben die Kleinen geschluckt. Das Ende dieses Konzentrationsprozesses ist noch immer nicht erreicht.

Ernährungssicherheit durch Vielfalt fördern

Diese Entwicklung hin zu Saatgut-Monopolen bedroht unsere Ernährungssicherheit und die Fähigkeit der Landwirtschaft, sich an den Klimawandel anzupassen. Saatgutfirmen setzen bei ihrer Züchtung auf Einheitlichkeit der Pflanzen. Das verringert die Pflanzenvielfalt und macht gleichzeitig unsere Landwirtschaft und unsere Ernährung immer abhängiger von wenigen global agierenden Konzernen.

Kulturpflanzen müssen Gemeingut bleiben

Über viele Jahrtausende war Saatgut ein Gemeingut. Es gehörte allen. Gemeinschaftlich schufen Bauern und Bäuerinnen überall auf der Welt Kulturpflanzen, erhielten sie und entwickelten sie weiter. So entstand im Laufe der Zeit eine große Vielfalt von Arten und Sorten in der Landwirtschaft, die alle ohne Einschränkungen nutzen konnten. Im letzten Jahrhundert dann setzte die Privatisierung des Saatguts ein bis hin zur heutigen Monopolisierung.

Saatgut muss frei nutzbar sein

Wir, eine Gruppe von Pflanzenzüchtern, Agrarwissenschaftlern, Juristen und Commons-Aktivisten, setzen uns dafür ein, dass Saatgut für alle frei nutzbar ist. Denn der freie Zugang zu Saatgut bildet die Grundlage für die Vielfalt in der Pflanzenzüchtung und die Vielfalt von Kulturpflanzen und ihren Sorten.

Unsere Vision

Landwirtschaft neu denken

Die Landwirtschaft befindet sich im Umbruch. Wir müssen den Spagat schaffen zwischen der Intensivierung der Produktion und dem Erhalt der natürlichen Ressourcen Boden, Wasser und Saatgut. Das erfordert eine zunehmende Ökologisierung unserer Landwirtschaft, denn nur so ist eine nachhaltige Produktion möglich. Dabei sind die Erkenntnisse der Agrarökologie eindeutig: Vereinheitlichung in der Landwirtschaft ist das genaue Gegenteil von dem, was benötigt wird.

Vielfalt fördern

Statt weniger Kulturpflanzen, die züchterisch bearbeitet werden, brauchen wir eine Vielzahl unterschiedlicher Kulturpflanzen. Statt weniger Sorten, die überall wachsen, brauchen wir eine große Zahl leistungsfähiger Sorten der verschiedensten Nutzpflanzen. Denn Ökologisierung der Landwirtschaft bedeutet auch, darauf Rücksicht zu nehmen, wo die Pflanzen gut wachsen. Nur wenn sie an den Standort angepasst sind, bringen sie auch ohne hohen Dünger- und Pflanzenschutzeinsatz und ohne intensive Bewässerung annehmbare Erträge.

Sorten für die Zukunft entwickeln

Das bedeutet, wir brauchen nicht nur Sorten, die Gunststandorte bedienen, sondern auch solche, die Landwirtschaft auf ärmeren Böden und unter schwierigen Klimabedingungen erlauben. Nur so wird es gelingen, die Landwirtschaft an den Klimawandel anzupassen und Ernährungssicherung zu erreichen.

Wir brauchen Sorten mit ökologischem Potenzial

Bei den Nutzpflanzen der Zukunft ist nicht nur das ökonomische Potenzial wichtig, sondern auch das ökologische. Dabei ist die großflächige Verbreitung nicht immer ein sinnvolles Ziel. Viele Sorten werden kaum aus ihrer Nische rauskommen und höchstens regionale Beachtung finden. Dennoch erfüllen sie wichtige Funktionen. An „ihrem Standort“ liefern sie gute Erträge, außerdem helfen sie, Kulturlandschaften zu pflegen und sorgen für saubere Luft und sauberes Trinkwasser. Diese Ökosystemleistungen sind für uns genauso wichtig wie die Sicherung unserer Ernährung.

Wir bauen einen nicht-privaten, gemeinnützigen Saatgut-Sektor auf

Nur viele unabhängige Züchter können diese Vielfalt an Kulturpflanzen schaffen. Denn die private Saatgutwirtschaft stellt sie immer weniger bereit. Mit OpenSourceSeeds tragen wir dazu bei, einen nicht-privaten, gemeinnützigen Saatgutsektor aufzubauen. Wir wollen ihn neben dem privaten als zweite Säule der Saatgutversorgung etablieren. Die Schaffung von Saatgut als Gemeingut hat großes Potenzial, sie ist eine notwendige Ergänzung, um Saatgutvielfalt zu schaffen.

Unsere Strategie

Saatgut als Gemeingut rechtlich schützen

Saatgut als Gemeingut ist bisher nicht rechtlich geschützt. Wenn also gemeinnützige Züchter auf Sortenschutz verzichten und ihre neuen Sorten ohne Einschränkung allen zur Verfügung stellen, besteht die Gefahr, dass andere daraus ein privates Gut machen. So werden Gemeingüter zwar geschaffen, aber nicht erhalten.

Open-Source Lizenz gegen Patente und Sortenschutz

Mit der Open-Source(OS)-Saatgutlizenz haben wir eine Strategie entwickelt, dies zu verhindern. Es ist unser Gegenentwurf zur privaten Saatgutwirtschaft mit ihren geistigen Eigentumsrechten. Die OS-Lizenz sorgt dafür, dass Saatgut von allen genutzt und von niemandem privatisiert werden kann. Patente und Sortenschutz sind somit ausgeschlossen. Das gilt auch für alle Weiterentwicklungen am Saatgut.

Mit Lizenzen Privatisierung stoppen

Die OS-Lizenz verhindert die zunehmende private Aneignung von Saatgut aus dem Pool öffentlicher oder gemeinnütziger pflanzengenetischer Ressourcen. Gleichzeitig schaffen wir damit ein duales System der Saatgutversorgung.

Mit OS-Lizenz Rechte sichern

Wir sehen gegenwärtig keine andere Alternative als die rechtliche Absicherung von Gemeingütern, um den gesetzlich verbrieften geistigen Eigentumsrechten angemessen zu begegnen. Langfristig aber hoffen wir auf eine gesellschaftliche Entwicklung, die zu einem Wertewandel führt, sodass exklusive geistige Eigentumsrechte und damit auch Open-Source-Lizenzen überflüssig werden.

Unser Angebot

OpenSourceSeeds ist ein Dienstleister für alle, die Saatgut zu einem Gemeingut machen wollen.

Unsere Dienstleistungen

  • Wir statten Ihre züchterischen Neuentwicklungen – Sorten, Populationen und Linien – mit der Open Source Lizenz aus und lassen sie rechtlich schützen.

  • Wir beantworten Ihre Fragen rund um die Saatgut-Lizenz.

  • Wir beraten Pflanzenzüchter, Saatgut-Vermehrer und alle, die sich für Saatgut interessieren.

  • Wir informieren über verfügbare OS-lizensierte Sorten und vieles mehr.

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

Unterstützen Sie unsere Arbeit

OpenSourceSeeds bietet seine Dienste kostenfrei an und finanziert sich über Spendengelder. So können sie spenden

Kontakt

OpenSourceSeeds - AGRECOL
Johannes-Acker-Str. 6
35041 Marburg

06420 822870

info@opensourceseeds.org

 

Deutsch